Die Larven der „Malariamücke“ (Anopheles spec.)

Die Anophelesmücken stellen mit ca. 420 Arten eine eigene Gattung in der Familie der Stechmücken (Culicidae) dar. Ihren deutschen Namen „Malariamücke“ verdankt sie den etwa 40 Arten, die potentiell dazu fähig sind, Malaria zu übertragen. Das Verbreitungsgebiet dieser Stechmücken zieht sich über alle großen Kontinente und viele Inseln und somit auch über Zentraleuropa.

Aus aquaristischer Sicht ist sicher die Mücke weniger interessant als ihre Larve. Neben der „Schwarzen Mückenlarve“ (Culex spec., ebenfalls eine eigene Gattung in der Familie der Stechmücken) und der „Weißen Mückenlarve“ (Chaoborus spec., die Larve einer Büschelmücke) ist Anopheles spec. wenig bekannt. Sie sieht der Schwarzen Mückenlarve sehr ähnlich, hat man aber beide vor sich, fällt die Unterscheidung nicht schwer. Hängt die Larve der Culex spec. üblicherweise kopfüber unter der Wasseroberfläche und berührt diese nur mit dem Atemrohr, so hängt die Anopheleslarve komplett waagrecht an der Unterseite des Wasserspiegels.

Die Larve wird etwa 10mm lang und ernährt sich von Mikroorganismen und Algen (vielleicht erklären diese die oftmalige Grünfärbung), die sie aus dem Wasser filtert. Sie kann dazu ihren Kopf um 180 Grad drehen, um Nahrung von der Oberfläche zu sammeln. (Video de.wikipedia.org)
Somit stellt sie auch für Daphnien und Cyclops überhaupt keine Gefahr dar und kann ruhig in den jeweiligen Zuchtbehältern bleiben, falls man sie dort anfindet, so wie übrigens auch alle anderen Mückenlarven.

Zur Eiablage, die für jedes der 50 bis 200 Eier einzeln erfolgt und welche nicht wie bei Culex spec. zu einem floßartigen Gebilde („Mückenschiffchen“) vereinigt werden, werden meist stehende, klare Gewässer jeder Größe bevorzugt. Die Wandung der Eier hat luftgefüllte Kammern, welche sie schwimmend an der Oberfläche halten. Untergekommen sind sie mir in einer Regentonne in meinem Garten, die zur Daphnienzucht diente und in der auch Culex regelmäßig ihre Eier ablegten. Bis zum Schlupf der fertigen Mücken kann es je nach Art und Temperatur des Wassers 3 bis 20 Tage dauern, genug Zeit also, um sie zu verfüttern.

Quellen und weiterführende Informationen:

  • Engelhardt, Wolfgang: Was lebt in Tümpel, Bach und Weiher? Pflanzen und Tiere unserer Gewässer. 14., neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Stuttgart: Franckh-Kosmos Verlag. 1996.
  • de.wikipedia.org/wiki/Anopheles

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