Die Fotoküvette für Kleinstlebewesen

Fotoküvetten

Aquarienfotografie im Haltungs- und Zuchtbecken ist zugleich der Regel- als auch der Idealfall, bei üblichen Aquarienbewohnern wie Fischen und Garnelen gibt es nur selten einen Grund davon abzuweichen. Anders sieht die Sache bei Fischlaich und -larven, aquatilen Insektenlarven und anderen sehr kleinen Motiven aus. Selbst in handelsüblichen Nanoaquarien sind Motive dieser Größe nur äußerst schwer zu fotografieren, Küvetten sind hier wesentlich besser geeignet. Was man unter einer Küvette versteht, weiß Wikipedia:

“Eine Küvette (von frz. cuvette) ist ein Gefäß mit planparallelen Seitenflächen, das für optische Untersuchungen (UV/VIS-Spektroskopie) verwendet wird, […]. Eine Sonderform der Küvette ist die in der Aquaristik verwendete Fotoküvette.”

Wenn man vom grundsätzlichen Problem der Beschaffung absieht, Küvetten zählen nicht gerade zum Standardsortiment, sollte man vor allem auf die Verarbeitung achten. Innen liegende Silikonnähte können bei vielen Motiven sehr störend wirken. In Form einer Bauanleitung beschreibt Andreas Sander eine hervorragende Lösung für dieses Problem. Als Alternative funktioniert auch eine Stoßverklebung, wenn man Boden- und Seitenscheiben entsprechend stark wählt. Ein Beispiel dafür ist die größere Küvette auf dem Foto oben. Wie schon angesprochen sind Küvetten von der Stange in der richtigen Größe rar und oftmals teuer, ein Eigenbau ist deshalb fast immer notwendig, auch der Glaser des Vertrauens kann normalerweise weiterhelfen.

Handhabung

Zu achten ist vor allem auf die Hintergrundgestaltung und die Lichtführung. Ersterer sind keine kreativen Grenzen gesetzt, da der Hintergrund eben hinter der Fotoküvette befestigt wird. Kleiner Tipp: Mit dem Abstand zur Fotoküvette experimentieren, um ein weiches Bokeh zu erreichen. Die Lichtführung kann dagegen mühsam sein, da sehr kleine Motive oftmals mit einer einzelnen Lichtquelle von oben nicht vernünftig auszuleuchten sind. Eine zusätzliche frontale Beleuchtung scheitert aber regelmäßig am geringen Motivabstand, die Kamera bzw. das Objektiv ist einfach im Weg. Sowohl Hintergrundgestaltung als auch Lichtführung sollten also schon beim Aufbau berücksichtigt werden. Auch hier hat sich wieder der Makrotisch bewährt, nur diesmal eben nicht als Kamerastativersatz, sondern als Halterung für die Blitzgeräte.Trotz der Einschränkung der Bewegungsfreiheit ist ein Stativaufbau mit Einstellschlitten für die Kamera ab einem Abbildungsmaßstab von 1,5:1 dringend zu empfehlen, auch “LiveView” ist keine schlechte Idee, da man im Unterschied zur Bedienung rein über den Sucher auch die gesamte Küvette im Auge behalten kann (die Motive befinden sich nur in den seltensten Fällen dauerhaft im Bildausschnitt). Aller Vorbereitung zum Trotz sollte man wie fast immer in der Aquarienfotografie auch hier mit sehr viel Ausschuss rechnen. Die Schärfentiefe ist minimal und die meisten Tiere in dieser Größe haben nur wenig Interesse daran ruhig zu halten und in die Kamera zu lächeln.

Die Fotoküvette für Kleinstlebewesen

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